Stadt Mössingen: Kleine Gemeinden trotzen dem Schilderwald

Im März 2011 hat in der Stadt Mössingen die Aktion „Schilderwald“ begonnen. Innerhalb dieser Aktion soll die Beschilderung der Straßen in Mössingen verbessert werden. Viele Schilder sind aus Altersgründen verblasst, überholt oder gar überflüssig geworden. Mössingen räumt nun auf im Schilderwald.

Mössingen verbessert die Straßenbeschilderung

Für die Aktion „Schilderwald“ hat die Stadt Mössingen im Jahr 2009 das Büro BS-Ingenieure aus Ludwigsburg damit beauftragt, eine Erhebung der örtlichen Beschilderung vorzunehmen. Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen. Auch die erforderliche Absegnung des Vorhabens durch Polizei und Landkreis ist zwischenzeitlich erfolgt. Im März 2011 haben nun die eigentlichen Optimierungsarbeiten im Schilderwald von Messingen begonnen. Rund hundert Verkehrsschilder werden während dieser Aktion erneuert beziehungsweise gänzlich entfernt werden. Dadurch will die Stadt übersichtlichere Straßenverhältnisse schaffen.

Zu viele Verkehrsschilder auf deutschen Straßen

In kaum einem anderen Land ist der Wald der Verkehrsschilder so dicht wie in Deutschland. Viele Experten kritisieren, dass an deutschen Straßen viele unnötige Verkehrsschilder stehen, welche die Autofahrer nur ablenken. Seit 2008 fordert unter anderem der Fahrlehrerverband von den Verkehrsbehörden der einzelnen Länder, den Schilderwald zu durchforsten und unnötige Verkehrsschilder zu entfernen. Auch der Verkehrsminister appelliert an die Verkehrsbehörden, gegen die Überbeschilderung der deutschen Straßen anzukämpfen. Doch viele Kommunen wollen aus Kostengründen ihre Verkehrsbeschilderung nicht verändern. Der Stadt Mössingen war es das Geld wert. Ein Schild auszutauschen kostet rund 100 Euro.

Alte Verkehrsschilder bleiben gültig

2009 brachte die Bundesregierung ein Gesetz auf dem Weg, nach dem alle Kommunen verpflichtet sind, ihre alten Verkehrsschilder durch moderne zu ersetzen. Dadurch sollte die Beschilderung der deutschen Straßen übersichtlicher gestaltet werden. Doch im April 2010 wurde die Verkehrsschilder-Regelung aufgrund von Formfehlern der Gesetzesschrift für nichtig erklärt. Viele Kommunen waren darüber sehr erleichtert. Denn laut des Deutschen Städte- und Gemeindebundes hätte eine deutschlandweite Änderung der Verkehrsschilder die gesamten Kommunen 200 bis 400 Millionen Euro gekostet.