Carlos Grossmüller: Rote Karte als Ersatzspieler

Eigentlich wäre der Vertrag von Carlos Grossmüller heute bei Schalke 04 ausgelaufen. Doch der Südamerikaner kickt schon seit Saisonstart 2010 beim US Lecce und war im Jahr zuvor an den uruguayischen Klub Danubio FC ausgeliehen, bei dem er vor dem Wechsel nach Schalke gespielt hatte. Doch auch auf Schalke war er in den zwei Jahren, die er da war, ein ständiges Gesprächsthema.

Grossmüller schreibt Bundesligageschichte

Viele Spieler haben sich schon mit interessanten Rekorden in der Bundesligageschichte verewigt oder haben einfach etwas als Erster geschafft. Carlos Grossmüller ist da keine Ausnahme, auch wenn er seinen Eintrag in die Geschichtsbücher bestimmt gerne revidieren würde. Es war der 08.12.2007 und in der Bundesliga ging bei FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt nicht sehr weihnachtlich zu. Die Atmosphäre ist aufgehitzt, Ex-Eintracht-Spieler Jermaine Jones teil im defensiven Mittelfeld gut aus und steckt gleichwertig ein. In der 82. Minute fällt der Führungstreffer für die Eintracht, das Spiel wird noch ruppiger. Als es ausgelöst von Schalkes Ernst und Frankfurts Thurk zu einer Rudelbildung kommt, beteiligt sich auch Ersatzspieler Grossmüller. Und erhält in Abwesenheit – er war schnell in die Kabine verschwunden – von Dr. Helmut Fleischer die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit gegen Thurk. Als erster Spieler, der nur auf der Bank saß und nicht eingewechselt wurde.

Die Karriere kommt nicht in Tritt

Bei Schalke fasst er allgemein kaum Fuß. In zwei Jahren bringt er es nur auf 13 Ligaspiele mit einem Tor. 2008 erfolgt dann die Suspendierung bei Schalke, weil er ein Training schwänzte. In der restlichen Spielzeit trainierte er bei Schalkes Regionalligavertretung und absolvierte dort sogar ein Spiel mehr, als bei den Profis. Beim US Lecce spielt Grossmüller nun bei einer Fahrstuhlmannschaft der italienischen Liga, die eher im Tabellenkeller denn bei den internationalen Plätzen zu finden ist. Dort absolvierte er immerhin 23 Spiele von 38 möglichen und wurde dabei fünf Mal ein- und 12 Mal ausgewechselt.

Bild: panthermedia.net | Oliver Hoffmann